Schützenverein Meilen


Geschichte des Schützenverein Meilen



Das Schützenhaus «Büelen» liegt mit prächtiger Sicht auf die Alpen und den Zürichsee etwas oberhalb von Meilen (Abb. 1). Der nahe gelegene Flurname «Schützenbüel» verweist auf die lange Tradition des Schiessens in Meilen. 




lm 16. und 17. Jh. werden in weiten Teilen der Schweiz die freiwillige Bewaffnung und das Schiesswesen als wichtiger Teil der Wehrhaftigkeit gefördert. Zeitgleich werden Miliztruppen neu aufgebaut, die oft durch Schützengesellschaften an der Waffe ausgebildet werden.


In Meilen umfasst diese Miliztruppe im Jahr 1585 ca. 163 Mann mit insgesamt 26 Büchsen, die vor dem Chor der Reformierten Kirche im ersten Meilemer Schützenhaus ihre Schiessübungen absolvieren und zunächst mit Luntenschlossbüchsen, später mit auf Gabeln aufgelegten Musketen oder Steinschlossgewehren (Füsil) auf Scheiben auf der anderen Seite des Dorfbaches feuern (Abb. 2, [1]).
















                                   Abb. 1: Aktuelles Schützenhaus Büelen















Abb. 2: Die frühen Schiessplätze im Zentrum Meilen


Im 16. und 17. Jh. werden in weiten Teilen der Schweiz die freiwillige Bewaffnung und das Schiesswesen als wichtiger Teil der Wehrhaftigkeit gefördert. Zeitgleich werden Miliztruppen neu aufgebaut, die oft durch Schützengesellschaften an der Waffe ausgebildet werden. 


Das Schützenhaus ist gemauert, um ein Feuer zu unterhalten und die Kugeln für die Schiessübung zu giessen. Im Schoss solcher Schützengesellschaften entstehen zu dieser Zeit auch Artilleriegesellschaften wie das Zürcher Artilleriekollegium (1686) oder das Knabenschiessen in Zürich, das bis im 18. Jh. den Abschluss der militärischen Übungen Jugendlicher während der Hundstage darstellt. 



Erst 1692 wird ein neues Schützenhaus am Ort des heutigen Schiffsteges in Meilen errichtet, von wo aus auf eine Schützenmauer im See geschossen wird (Abb. 2, [2])



















































Mit der Entstehung des Bundesstaates von 1848 und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wird auch die ausserdienstliche Schiesspflicht eingeführt und die lokalen Schützenvereine mit der Durchführung der Schiessübungen beauftragt. So entsteht in Meilen der «Feldschützenverein». 











Mit dem Ausbau der Seestrasse und dem zunehmenden Güter- und Personenverkehr zu Wasser v.a. nach Zürich wird das Schiessen in den See aber schnell zu gefährlich, weshalb das Schützenhaus 1854 mitten ins Dorf an die Dorfstrasse 81 («Zum Schützenhaus») verlegt wird, um mit den neuen und zielgenauen Feldstutzern auf Scheiben jenseits der heutigen Bahnanlagen zu schiessen (Abb. 2, [3]). 














       












 



Abb. 3: Silberhorn                  Abb. 4: Logo Schützengesellschaft 

Abb. 5: Die späteren Schiessplätze oberhalb von Meilen










In diese Zeit fällt der Gewinn des prachtvollen Trinkhorns aus Silber, das 1859 zwei Schützen am Eidgenössischen Schützenfest in Zürich als zweiten Preis erfolgreich errungen haben (Abb. 3).







Aus dem Feldschützenverein Meilen gehen am Ende des 19. Jahrhunderts zwei weitere unabhängige Schützenvereine hervor: zum einen die Schützengesellschaft Meilen (Abb. 4), gegründet am 20. Dezember 1895, mit der 1950 gegründeten Pistolensektion, und zum andern der Schiessverein Meilen, gegründet 10. April 1921. 











In den damaligen Satzungen der Schützengesellschaft Meilen steht als Zweck die Pflege der edlen Schiesskunst und der Kameradschaft. Werte, die bis heute Bestand haben. 







Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Zürich Stadelhofen – Rapperswil für die Schweizerische Nordost-Bahn (1894) wird der Schiessstand vorerst auf den «Schützenbüel» und ca. 1925 etwas weiter an den heutigen Standort «Büelen verlegt» (Abb. 5, [4] und [5]).

































































Abb. 6: Schützengesellschaft 1904, 1. Rang Eidg. Schützenfest St.
Gallen 























  















































Abb. 7: Schützengesellschaft in Schwanden 1927
Abb 8: Namen der Personen auf dem Foto links
 


Der Wehrgedanke und das Schiessen ausser Dienst treten nach Ende des Kalten Krieges zu Gunsten des sportlichen Schiessens etwas in den Hintergrund. Seit 1991 sind die Schützengesellschaft und der Schiesseverein im neu gegründeten Schützenverein Meilen vereint.

Der Schützenverein Meilen zählt heute in einer Gewehr- und Pistolensektion insgesamt 63 aktive Schützinnen und Schützen (Stand 3/2018). Neben den Aktivitäten im Vereinsleben haben Vereinsmitglieder in den vergangenen Jahren immer wieder im Schiesssport selber für Erfolge gesorgt, seien es Einzelerfolge oder gemeinsame Erfolge des Vereins an kleinen und grossen Schiessanlässen.